Alpine Naturgefahren
Die Alpenregion ist für die Menschen seit jeher ein Lebens- und Siedlungsraum mit vielen natürlichen Risiken. Überschwemmungen, Lawinen, Muren und Rutschungen sind natürliche Phänomene. Sie treten plötzlich und mit großer Heftigkeit auf und sind nicht vollständig kontrollierbar.
Lawinen, Muren oder Rutschungen in den Bergen ereignen sich aber nicht zufällig. Es gibt Faktoren, wie Hangneigung, geologischer Untergrund und Vegetation, die ihr Entstehen begünstigen. Betrachtet man alle diese Faktoren in einem bestimmten Gebiet, so lassen sich mögliche Gefahrenherde erkennen.

Maßnahmen und Projekte
Rottach
Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim plant derzeit intensiv an einem zeitgemäßen Hochwasserschutzkonzept an der Rottach.
Aubach
Der Aubach liegt als ausgebauter Wildbach der Unterhaltungslast des Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim.
Aktuell wird der Abschnitt von der Brücke Schmiedgasse bis zur Breindlbachmündung saniert.
Bernauer Ache
Bei einem Hochwasser im Jahr 2002 trat die Bernauer Ache in Bernau (Ortsteil „Am Anger“) über die Ufer und sorgte für große Schäden im östlich gelegenen Gewerbegebiet sowie an der westlich angrenzenden Wohnbebauung.
Grüneck
Am Grüneck in der Gemeinde Kreuth wurden die gefährlichen Lawinenstriche durch Stützverbauungen gesichert. In schwieriger Handarbeit wurden in den Steilflanken der Südseite Holzrechen gebaut, die das Abgehen von Schadlawinen verhindern.
Feilnbach
Am Ortsrand von Bad Feilnbach befinden sich an den Wildbächen Feilnbach und Wetzelsbergergraben Geschieberückhaltesperren die weitgehend mit Geröll, Kies und vor allem feinkörnigem Sedimenten (Schluff, Schlamm) gefüllt sind.
Kirchbach
Im Einzugsgebiet des Kirchbaches liegt viel Lockergestein an. Bei Hochwasser kann dieses Gesteinsmaterial von den Hängen abrutschen und vom Bach mittransportiert werden.
Kühzaglbach
Am Kühzaglbach, einem Seitengewässer der Rottach im Gemeindegebiet Rottach-Egern befand sich eine Sperrenstreppe, die insbesondere durch Hochwässer stark beschädigt wurde. Die Stabilisierung der Bachsohle war damit nicht mehr sichergestellt und weitere Schäden waren absehbar.
Leitzach
In den letzten Wochen wurden im Gemeindegebiet Fischbachau vier sanierungsbedürftige Absturzbauwerke zu naturnahen Rampen umgebaut.
Mai- und Riesengraben
Im Sommer 2009 verursachte ein Hochwasser starke Schäden im Ober- und Mittellauf des Mai- und Riesengrabens. Die Schäden waren so groß, dass die Bauwerke, die das Gewässer und die angrenzenden Hänge sichern, nicht mehr standsicher waren.
Prien
Die Bauwerke entlang der Prien, sowie auch das Gewässerbett selbst, befanden sich in einem sehr schlechten Zustand. Im Ortsbereich Aschau bestand daher die Gefahr, dass sich die Gewässersohle weiter eintieft und die links- und rechtsseitigen Böschungen nachrutschen.
Rißbach
Am Rißbach wurde eines Rückhalteraum für Geschiebe- und Geröllmaterial zum Schutz der Stadt Tegernsee geschaffen. Das Material kann dort kontrolliert und mit vertretbarem Arbeitsaufwand entnommen werden.
Seelachenalm
Im östlichen Sudelfeldgebiet (Gemeinde Oberaudorf) gefährden Lawinen die Almhütten der Seelachenalm. Mit Kolktafeln, Schneezäunen und Wiederaufforstung wurde die Entstehung von Schadlawinen verhindert.
Steinbach
Der Steinbach und seine Ufer wurden Mitte des 20. Jahrhunderts massiv ausgebaut. Man erreichte damit, dass sich der Bach nicht weiter eintiefen konnte, nahm ihm aber auch jede natürliche Dynamik.