Prien-Instandsetzung 2014/2015

Die Prien ist ein ausgebauter Wildbach und liegt in der Unterhaltungs- und Ausbaulast des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim. Das Einzugsgebiet der Prien reicht bis an den Spitzstein im Gemeindegebiet Aschau. Die Prien mündet nach 33 km Fließstrecke bei Rimsting in den Chiemsee. Die Größe des Einzugsgebietes beträgt im Ort Prien etwa 93 km² und ist durch das steile obere Priental mit regelmäßigen kurzen Starkregenereignissen geprägt. Die Pegelmessstelle in Prien zeigt, dass bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis der Prien mit 175 m³/s zu rechnen ist.

Nach dem verheerenden Hochwasser der Prien vom September 1899 wurde in den Jahren 1902 bis 1904 ein erstmaliger innerörtlicher Ausbau der Prien durchgeführt.
Der zu sanierende Abschnitt der Prien wurde in den Jahren 1912 und 1938 ausgebaut. Im Instandsetzungsbereich lagen sechs betonierte Querbauwerke mit einer maximalen Höhe von 2 Meter. Die Böschungen waren durchgehend mit auf Beton gesetzten Steinen gesichert. Auf der linken Bachseite war das Prallufer bei Flusskilometer 2,8 durch eine Betonmauer gestützt.

Durch die permanente Beanspruchung der Bauwerke, insbesondere durch die jüngsten Hochwässer 2002, 2010 und 2013 wiesen diese größere, sanierungsbedürftige Schäden auf. Die Tosbecken der Abstürze haben sich eingetieft, entlang der Böschungen war eine Vielzahl von Anbrüchen entstanden. Die linksufrige Stützmauer zeigte Schäden im Sockelbereich, verursacht durch Abrasion und Frosteinwirkung. Insgesamt war der Gewässerabschnitt aufgrund der hohen Sohlabstürze für Fische und sonstige Gewässerorganismen nicht durchwanderbar und strukturarm.

Sanierungsarbeiten an der Prien, Höhe Friedhofsteg Bild vergrössern Sanierungsarbeiten an der Prien
in Höhe Friedhofsteg


Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde die Stützfunktion der alten betonierten Abstürze durch neun naturnah gestaltete Sohlriegel mit Kalksteinen übernommen.
Die Uferböschungen an der Prien wurden ebenfalls mit Kalksteinen strukturreicher gestaltet. Die Schäden an der linksseitigen Stützmauer wurden durch eine betonierte Vorsatzschale im Sockelbereich der Mauer saniert. Durch die ökologische Umgestaltung des Gewässerabschnittes wurde die Durchgängigkeit für Fische und wirbellose Fischnährtiere wieder hergestellt. Unterhalb der Sohlriegel wurden soweit möglich tiefere „Gumpen“ hergestellt, um die Gewässerstruktur insbesondere für Forellen und Äschen zu verbessern.

Die im Eigenbetrieb der Flussmeisterstelle Rosenheim durchgeführte Baumaßnahme wurde im Oktober 2015 fertig gestellt.

Informationen

  • Gewässer: Prien, ausgebauter Wildbach
  • Gemeinde: Prien am Chiemsee
  • Maßnahme: Sanierung des Hochwasserschutzes, Gewässerunterhaltung und -ausbau
  • Zweck: Hochwasserschutz bis zu einem 100jährlichen Hochwasserereignis
  • Bauzeit: 2014 bis zur Fertigstellung im Oktober 2015
  • Gesamtkosten: 1,2 Mio EUR
  • Ausführung: Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, Flussmeisterstelle Rosenheim