Hochwasserschutz am Steinbach in Nußdorf am Inn
Nach fünfjähriger Bauzeit wurde im Oktober 2025 der neue Hochwasserschutz am Steinbach in Nußdorf feierlich eingeweiht. Die Arbeiten sichern den Ort besser gegen Überschwemmungen und schaffen gleichzeitig naturnahe Aufenthaltsräume.
Was wurde gemacht?
- Deiche wurden in drei Bauabschnitten zurückverlegt, der Abflussquerschnitt aufgeweitet und Engstellen an Brücken entschärft.
- Bestehende Sohlabstürze wurden zu fischdurchgängigen, strukturreichen Sohlrampen umgebaut.
- Ufer wurden abgeflacht, die Zugänglichkeit für die Bevölkerung verbessert und neue Aufenthaltsflächen für die Naherholung angelegt.
- Es entstanden ufernahe Kiesflächen sowie größere Stein und Totholzhaufen als Lebensraum für Reptilien. Zusätzlich wurden Strauchgürtel, Nistkästen und Magerrasen-Blumenmischungen gepflanzt, um die Artenvielfalt zu stärken.
- Beton wurde weitgehend vermieden. Stattdessen setzten die Planer auf große Wasserbausteine und naturnahe Trockenbauweisen.
Härtetest bestanden
Zweimal kam es in der Bauzeit zu Hochwasserereignissen – 2020 sowie 2024. Beide Male war der Baufortschritt bereits so weit, dass Überflutungen verhindert werden konnten. Die Hochwasserwelle am 03.06.2024 lag mit etwa 75 m³/s sogar über einem hundertjährlichen Abfluss. Die Maßnahmen haben sich also bewährt und sorgen für mehr Sicherheit und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger.
Ausblick: Sanierungsarbeiten im Mühltal
Im Mühltal kam es im Juni 2024 zu größeren Zerstörungen, Böschungsrutschungen und Erosionen. Durch schnelle Einsätze wurden die ersten Schäden behoben. 2025 liefen Vermessungen und erste Wiederaufbauarbeiten an der Gemeindestraße sowie weitere Instandsetzungen der Ufersicherung an. Für weitere Details und Fragen zum Projekt verweisen wir auf unsere ausführliche Medieninformation.
Der Steinbach – ein Wildbach mit Geschichte
Der Steinbach ist ein ausgebauter Wildbach, der durch die Gemeinde Nußdorf am Inn fließt. Er entspringt am Nordhang der Hochries (Gemeinde Samerberg), durchquert das geologisch instabile Mühltal und mündet bei Flusskilometer 198,5 in den Inn. Seit über 100 Jahren wird der Bach mit verschiedenen Wasserbautechniken verbaut.
