Umsetzungskonzepte für hydromorphologische Maßnahmen
gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Natürliche Fließgewässer sind meist durch eine hohe Breiten- und Tiefenvariabilität, Umlagerungsdynamik der Sohlsubstrate, variierende Strömungsmuster, Totholzstrukturen, standortgerechte Vegetation und variable Uferstrukturierung gekennzeichnet. Ökologisch funktionierende Fließgewässer stellen eine Vernetzung verschiedenster Landschafts-
elemente sicher, sowohl entlang des Gewässers als auch zwischen Gewässer und Umland. Sind diese Strukturen und Prozesse durch bauliche Maßnahmen, wie Sohl- und Ufer-
verbauungen, Begradigungen und/oder hydraulische Veränderungen (Stauhaltung, Restwasser) beeinträchtigt, lassen sich Defizite erkennen, welche oft massive Auswirkungen auf die Artengemeinschaften und die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer haben.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) fordert den „guten öko-
logischen Zustand“ bzw. das „gute ökologische Potential“ aller Oberflächengewässer. An Fließgewässern, welche aufgrund hydromorphologischer Defizite dieses Ziel verfehlen, sind Maßnahmen zu setzen, um die strukturelle Ausstattung dem jeweiligen Leitbild anzunähern und eine flusstypspezifische Entwicklung zu ermöglichen. Hierzu werden Umsetzungs-
konzepte erstellt, welche die in den Maßnahmenprogrammen bereits aufgelisteten Maßnahmen für die jeweiligen Flusswasserkörper flächenscharf und quantitativ präzisieren, um die strategische Umsetzung konkreter Projekte zu ermöglichen und damit die Ziele der WRRL zu erreichen.