Trinkwasser - Unser Lebensmittel Nr. 1

Kein anderes Lebensmittel ist so unersetzbar wie Trinkwasser. In Bayern werden 92% des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Meistens ist die Qualität des Grundwassers so gut, dass es unbehandelt in das Leitungsnetz gegeben werden kann. Trinkwasser ist das am besten überwachte Lebensmittel: Die Trinkwasserverordnung fordert, es regelmäßig zu überprüfen.

Doch den Wert dieses Geschenks vergessen wir allzu leicht. Wer im Urlaub erfahren hat, dass Süßwasser knapp ist, oder dass es vor dem Trinken abgekocht werden muss, freut sich bei seiner Rückkehr über fließend sauberes Wasser daheim: Klar, appetitlich und natürlich frei von Krankheitserregern - direkt aus dem Hahn.

Bewertung und Bilanzierung der Wasserversorgungsanlagen in Bayern

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Der Klimawandel ist nicht mehr nur ein Gedankenspiel – der Klimawandel hat schon längst begonnen, auch bei uns in Bayern. Mit ausgeprägteren Wetterextremen, also längeren Trockenzeiten im Sommer und heftigeren Starkregenereignisse muss in den nächsten Jahrzehnten verstärkt gerechnet werden.
Die bayerische Staatsregierung beschäftigt sich im Rahmen ihres Klimaprogrammes mit der Frage, wie spürbar der Klimawandel bereits ist und welche Folgen dieser mit sich bringen wird. Ein Baustein der bayerischen Klima-Anpassungsstrategie ist hierbei das Projekt „Erhebung und Bewertung der öffentlichen Wasserversorgung“. Ziel des Projektes ist die Versorgungssicherheit der öffentlichen Trinkwasserversorgung bis zum Jahr 2025 auf Grundlage ausgewählter Kriterien zu bewerten.
Wesentliche Fragestellungen sind hierbei:

  • Welche Grundwasservorkommen sind langfristig schützbar?
  • Reichen die Grundwasservorräte auch in Trockenzeiten aus?
  • Wo stehen Wasserschutzgebiete in Konkurrenz mit anderen Nutzungen?
  • Wie entwickelt sich der Wasserbedarf in Zukunft vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Bevölkerungsentwicklung?
  • Gibt es das so genannte „zweite Standbein“ einer Wasserversorgung - also eine weitere Wassergewinnungsanlage oder einen Verbund zum benachbarten Versorgungsnetz?

Dazu werden von einem Projektteam im Wasserwirtschaftsamt Rosenheim flächendeckend ausgewählte Daten zusammengetragen und zwischen den Wasserwerken und dem Amt abgeglichen. Das Projektteam wertet die Daten aus und entwickelt für jede Gemeinde Handlungsempfehlungen, die Grundlage für weiterführende Beratungsgespräche mit dem Wasserversorger sein können.
Der Daten- und Ergebnisaustausch ist letztlich auch ein Wissensaustausch: Alle sollen von dieser Arbeit profitieren und das partnerschaftliche Verhältnis zwischen der Wasserwirtschaftsverwaltung und den Wasserversorgern gestärkt werden.
Das Projekt ist Anfang 2012 angelaufen und soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein.