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Ökologie und Wasserrückhalt
Totholz im naturnahen Wasserbau
Ökologisch orientierter Wasserbau / Einsatz von Totholz
Wasserwirtschaftliche Bedeutung
Heute ist es die vorrangige Zielsetzung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, soweit nicht andere Belange dagegen stehen, wieder den naturnahen Zustand von Fließgewässern herzustellen. Das Vorhandensein von Totholz steht diesem Ziel keineswegs entgegen, ganz im Gegenteil, denn Totholz ist selbst eine natürliche Struktur im Gewässerbett., die zudem in der Lage ist, indirekt weitere Strukturen wie Kolke, Kiesbänke, Steilufer, Laufkrümmungen oder Verzweigungen zu verursachen. Für die naturnahe Entwicklung unserer Gewässer ist Totholz deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil.
1) Bedeutung von Totholz im und am Gewässer
- Lebensraum für zahlreiche Lebewesen
- Futterbasis für Mikroorganismen
- Unterstand und Schutzraum für Fische
- Strukturelement
- Sicherungselement gegen Erosion
- Energieumwandlung
- Landschaftsbild

Welchen Lebensraum haben Kleinlebewesen oder Mikroorganismen ?
2) Morphologische Strukturen
Totholz kann im Gewässer die Bildung der folgenden morphologischen Strukturen verursachen, bzw. unterstützen- Sohlanhebungen
- Sturzkolke und Strömungskolke
- Uferbände, Mittelbänke und Inseln
- Steilufer
- Laufkrümmungen bzw. Laufverlagerungen
- Nebenarme
Insbesondere in begradigten, ausgebauten Bächen kann ein umgefallener Stamm zu einer schnellen strukturellen Verbesserung führen und dadurch die Entwicklung des Gewässers in Richtung seines naturnahen Zustandes beschleunigen.
3) Einsatzmöglichkeiten
- an allen Gewässertypen - rithral und potamal
- Totholz, Lebendverbauung, kombinierte Maßnahmen
- kostengünstige Baustoffe, insbesondere in Zeiten knapper Haushaltsmittel
- wichtiger Umweltbeitrag im aquatischen und terrestrischen Bereich
4) Ausführungsbeispiele

Stamm mit Wurzelstock im Uferbereich eingegraben

Stamm in Flussmitte, parallel zur Stromrichtung, wird durch Stahlseile und Wasserbausteine gesichert

Holzkästen aus Baumstämmen mit Steinen gefüllt und mit Weidenästen rechtwinklig zur Stromrichtung gesichert

Rauhbaum (Fichte) mit Stahlseilen verankert

Wurzelstock zusammen mit Wasserbausteinen in die Ufersicherung eingebaut

Wurzelstock mit Wasserbaustein verbunden

Wurzelstock mit Wasserbaustein verbunden

runde Holzpfähle rechtwinklig zur Stromrichtung

Markbach in der Gemeinde Flintsbach - Totholz - Strukturelement am Kleingewässer innerorts

Flechtwerkbuhne als Schutz gegen Seitenerosion
